Arbeitsgemeinschaft

Über uns

Am 18. April 1970 gründeten in Bingen am Rhein 16 Briefmarkensammler die Arbeitsgemeinschaft „Französische Zone“. Inzwischen sind über 40 Jahre vergangen und wir zählen rund 140 Mitglieder.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Französische Zone, als eine Arbeitsgemeinschaft im BDPh e.V., hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Philatelie und die damit einhergehende hochinteressante, komplexe Postgeschichte der damaligen Französischen Besatzungszone sowie die Entwicklung auf angrenzenden Themenbereichen in möglichst allen Teilbereichen gründlich zu erforschen und die entsprechenden Resultate strukturiert zu publizieren.
Darüber hinaus steht aber auch der freundschaftliche Kontakt unter den Mitgliedern im Fokus unseres Interesses. Ausdruck dessen ist das seit Jahrzehnten stattfindende mehrtägige Jahrestreffen.

Forschungsergebnisse

Unsere Forschungsergebnisse werden in den dreimal jährlich aufgelegten Rundbriefen veröffentlicht. Die bisher erschienenen über 140 Rundbriefe weisen einen Gesamtumfang von mehr als 5500 Seiten auf. Außerdem gibt die Arbeitsgemeinschaft ein Handbuch in Loseblattform heraus, welches mittlerweile den imposanten Umfang von über 4000 Seiten besitzt und auf nationalen und internationalen Ausstellungen mehrfach prämiert wurde. Es dokumentiert den »Status Quo« der Forschungsresultate auf allen Bereichen und wird laufend aktualisiert. Darüber hinaus sind noch umfangreiche Einzel-Publikationen in Form von Sonderdrucken erschienen.

Forschungsthemen und Sammelbereiche

Fast jeder wird mit speziellen philatelistischen Themen in der Französische Zone glücklich werden, denn kaum ein Sammelgebiet bietet in der kurzen Zeitspanne von knapp fünf Jahren eine derartige Vielfalt wie die Philatelie der Französischen Zone mit ihren optisch ansprechenden Briefmarken und Blocks und ihren Besonderheiten wie Bogenranddrucken, korrigierte Bogennummern, Farbvarianten, verschiedene Papierarten und eine beträchtliche Menge von Plattentypen und Plattenfehlern. Dann gibt es den Bereich der Aufbrauchs- und Behelfsganzsachen, der endgültigen Ganzsachen-Ausgaben der Länder, die Lokalausgaben, den immensen Bereich der Stempelforschung (Notstempel, Poststellen (II)-Stempel, Bahnpoststempel, R-Stempel, Ortswerbestempel, Nebenstempel, etc.), die Verwendung von R- und V-Zetteln, die Barfrankaturen, die Zwangszuschlagsmarken, die Bahnpost und die Währungsreform sowie die lokalen Besonderheiten, wie die Stadt Kehl, die Exklave Büsingen, den Landkreis Lindau und Saarburg, um an dieser Stelle nur einige der vielen Themen zu nennen.

Im Rahmen der Posthistorie existieren darüber hinaus noch anspruchsvolle Teilgebiete, die sich beispielsweise mit der Wiederzulassung des Postverkehrs mit der frühen Behörden-, inner- und interzonalen Post oder dem Saarland als Teil der Französischen Zone befassen. Die Komplexität dieses Gebietes resultiert insbesondere auch aus der Tatsache, dass die Französische Zone nicht nur politisch, sondern auch postalisch in mehrere Länder aufgeteilt war. Damit ergaben sich zum Teil – bedingt durch unklare Kompetenzen innerhalb der Besatzungsmacht – eben auch unterschiedliche Entwicklungen, widersprüchliche Verfügungen und unklare Auslegungen so mancher Anweisungen. Darüber hinaus sind die Postzensur durch die französischen Zensurstellen, die Post der Kriegsgefangen und Zivilinternierten, die französische Feld- und Dienstpost und die Währungsreform 1948 Felder von hohem Interesse. Dazu gesellen sich noch wichtige Randbereiche, wie die Entstehung der Französischen Besatzungszone, ihr allmählicher Übergang in die Bundesrepublik Deutschland, Struktur und Aufbau der Militärregierung sowie der Oberpostdirektionen und des Deutschen Postzentralamtes.

„Kurzum ein wahres Eldorado für engagierte Sammler und Forscher.“